2009-11-30

Kurz gefasst: Demjanjuk, UN, Tel Aviv-Berlin

Friedrich Schmidt: Demjanjuk vor Gericht. Wer ist der Mann, der nicht Iwan ist? (FAZ)

Da kommt er endlich, der Protagonist des angeblich letzten großen NS-Prozesses. Oder vielmehr, da wird er gebracht: Ein Saaldiener schiebt einen Rollstuhl, in dem John Demjanjuk mehr liegt als sitzt. Seinen Kopf mit den eingefallenen Wangen bedeckt eine Schirmmütze, die Augen hinter der großen Brille hält er geschlossen, eine hellblaue Krankenhausdecke verbirgt Beine und Oberkörper des Neunundachtzigjährigen. Doch als wäre der Weg in den Schwurgerichtssaal des Münchner Strafjustizzentrums nicht lang genug gewesen, bleibt der Rollstuhl im Türeingang stecken.

Der Saaldiener wackelt, rüttelt, drückt, bekommt den Greis schließlich frei; zwei Sanitäter und zwei Polizisten eilen hinzu, gemeinsam hieven sie Demjanjuk auf den ihm zugedachten Platz zur Linken seiner beiden Verteidiger. Mag sein, dass die grellen Blitze der Kameras bis hinter die Lider des Angeklagten dringen. Eine junge Frau im schwarzen Kleid nimmt auf einem Stuhl rechts von Demjanjuk Platz: Sie wird für ihn in seine Muttersprache übersetzen, ins Ukrainische. Schräg darüber thront das Gericht um den Vorsitzenden Richter Ralph Alt.

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Claudia von Salzen: Demanjuk-Prozess. Angeklagter im Dämmerzustand (Tagesspiegel)

Prozessbeginn gegen John Demjanjuk in München: Der 89-Jährige muss sich wegen eines Verbrechens verantworten, das in seinen Ausmaßen die Grenzen des Vorstellbaren erreicht. Doch wenn es nach Demjanjuks Rechtsanwalt ginge, dürfte dieser Prozess gar nicht stattfinden.

Ein Rollstuhl wird in den Gerichtssaal geschoben. Der Mann, der mehr darin liegt als sitzt, sieht aus, als schliefe er. Mit einem blauen Tuch ist er zugedeckt, nur Schirmmütze, Lederjacke und Pantoffeln sind zu erkennen. Als John Demjanjuk von Fotografen und Kameraleuten umringt wird, sind seine Augen geschlossen, der Mund ist geöffnet, der Atem deutlich hörbar.

Der 89-Jährige muss sich seit Montag vor dem Münchner Landgericht wegen eines Verbrechens verantworten, das in seinen Ausmaßen die Grenzen des Vorstellbaren erreicht: Die Anklage wirft ihm Beihilfe zum Mord an 27 900 Menschen vor. Demjanjuk soll zwischen März und September 1943 Wachmann im nationalsozialistischen Vernichtungslager Sobibor gewesen sein. Er habe bereitwillig an der Ermordung der Juden mitgewirkt, weil er ihren Tod aus rasseideologischen Gründen selbst wollte, sagen seine Ankläger. Seit Jahrzehnten ist es der erste Prozess in Deutschland, der sich mit den Verbrechen in den Vernichtungslagern beschäftigt. Aber auch, dass mit Demjanjuk kein Deutscher, sondern ein mutmaßlicher ausländischer Mordhelfer im Zusammenhang mit dem Holocaust vor Gericht steht, ist ein Novum in der deutschen Rechtsgeschichte. Kein Wunder also, dass sich für dieses Verfahren mehr als 220 Journalisten aus aller Welt angemeldet haben. Auf den absehbaren Andrang ist die Münchner Justiz allerdings in keiner Weise vorbereitet. Stundenlang warten die Berichterstatter vor dem Justizgebäude, nur um dann chaotische Zustände beim Einlass und bei der Sicherheitskontrolle zu erleben. Der größte Saal des Landgerichts ist viel zu klein, um allen Berichterstattern und Zuschauern Platz zu bieten. Mit über einer Stunde Verspätung kann der Prozess erst beginnen.

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Noah Klieger: No Mercy for Demjanjuk (YNET)

Twenty three years have passed since I first laid eyes on Ivan Demjanjuk, the Ukrainian SS man who according to testimonies by several Treblinka survivors was “Ivan the Terrible” – the man who operated the gas chambers at the extermination camp.

Back then, I was standing at Ben Gurion International Airport, a Holocaust survivor among dozens of media personnel, when the plane landed and the accused stepped out of it, surrounded by several hefty policemen from America.A year later, his trial opened in Israel. It ended in July 1993 with a verdict by the High Court of Justice, which ordered to acquit, on the grounds of reasonable doubt, the man who earlier was sentenced to death by the district court and send him back to the United States. [...]

Today I am again seeing this Ukrainian SS man. This time he is accused by German prosecutors of taking part in war crimes in another exterminate camp, Sobibor.

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Yitzhak Benhorin: UN marks November 29 'day of mourning' While Israel celebrates date on which it was given a state by UN, latter plans anti-Israeli resolutions (YNET)

The UN is currently marking the historic date of November 29 1947, the day in which it approved the partition plan separating Israel into two states – Jewish and Arabic.

But while in Israel the date is celebratory, as it marks the end of the British mandate and the beginning of independent rule, the UN headquarters in New York and Geneva are holding ceremonies of mourning and solidarity with the Palestinian people.

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Deutschland bei jungen Israelis beliebt (ZDF)

Das Deutschlandbild vieler junger Israelis ist erstaunlich positiv: Berlin gilt als hip und cool, in der jungen Szene Tel Avivs ist die deutsche Hauptstadt eines der Lieblingsreiseziele.

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