2009-09-19

Shana Tova u Metuka


Rosch Haschana

24 Rede zu den Söhnen Israel: Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung.


דבר אל־בני ישראל לאמר בחדש השביעי באחד לחדש יהיה לכם שבתון זכרון תרועה מקרא־קדש׃


25 Keinerlei Dienstarbeit dürft ihr tun, und ihr sollt dem HERRN ein Feueropfer darbringen.


כל־מלאכת עבדה לא תעשו והקרבתם אשה ליהוה׃


(Lev. 23:24-25)



An diesem Wochenende begeht das jüdische Volk sein Neujahrsfest. Für zwei Tage widmen sich religiöse Juden dem intensiven Gebet. Zu einem der Hauptgebote der Tage ist es die Töne des Schofars zu hören. Nach alter Tradition unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Schofartönen: einem langgezogenen (t'kia), einem dreiteilig gebrochenen (sch'warim) und eine aus mindestens neun scharfen Stakkato-Tönen bestehende Reihe (t'rua).


Der Schofarton ist seit alter Tradition als Ruf zur Reue und als Erinnerung an den Schofarton am Sinai verstanden wurden. Maimonides gibt ihm einen tiefen Sinn als Weckruf zur Rückkehr zu G-tt, zum Schöpfer der Welt, und zur Busse:




Sorgt euch um eure Seelen und achtet auf eure Handlungen; ein jeder verlasse seine falschen Wege und seine unrechten Gedanken und kehre zurück zu Gott, damit Er sich eurer erbarme (Hilchot T'schuwa 3:4).



Eine weitere Tradition ist das Festmahl nach dem Abendgottesdienst, mit dem verschiedenste Gebräuche verbunden sind. Eines der am weitesten Verbreiteten ist die Sitte, ein Stück Challa (Schabbatbrot) oder einen Apfel in Honig zu tauchen und vor dem Essen zu sagen:




Möge Gottes Wille sein, uns ein gutes und süsses Jahr zu erneuern.


יהי רצון שתחדש עלינו שנה טובה ומתוקה.



Die Verknüpfung des Rosch Haschana (Kopf des Jahres) mit dem 1. Tischrei ist nicht in der Bibel überliefert. Stattdessen wird der Monat Nissan als erster Monat des Jahres bezeichnet. Der 1. Tischrei hingegen wird als Tag der Erinnerung und des Posaunen-Halls (שבתון זכרון תרועה) bezeichnet. Der 1. Tischrei wurde aber seit Alters her als 1. Tag der Weltschöpfung bezeichnet.


Erst in der Mischna (Rosch-Haschana 1:1) wird Rosch Haschana zum ersten mal erwähnt, wird aber als Bezeichnung für vier verschiedene Tage des jüdischen Jahres verwendet:




  1. der erste Nissan als Neujahrstag der Könige (Anfang der Regierungsjahre eines Königs) und Anfang der Festtagszählung,

  2. der erste Tischrei als Beginn der Jahreszählung und der Berechnung der sch'mitta- und jowel-Jahre,

  3. der erste Ellul als Neujahrstag für die Absonderung des Zehnten der Tiere,

  4. der 15. Schwat als Neujahrstag für die Bäume.


Literatur:Donin, Rabbiner Chajim Halevy: Jüdisches Leben: Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt, 1987, S.251-255.