2009-09-28

Jom Kippur - Jüdischer Versöhnungstag

[caption id="" align="alignnone" width="626" caption="Maurycy Gottlieb: Juden beten in der Synagoge am Jom Kippur, Wien 1878 (Tel Aviv Museum of Art)"]Maurycy Gottlieb: Juden beten in der Synagoge am Jom Kippur, Wien 1878 (Tel Aviv Museum of Art)[/caption]

26 וידבר יהוה אל־משה לאמר׃27 אך בעשור לחדש השביעי הזה יום הכפרים הוא מקרא־קדש יהיה לכם ועניתם את־נפשתיכם והקרבתם אשה ליהוה׃ 28 וכל־מלאכה לא תעשו בעצם היום הזה כי יום כפרים הוא לכפר עליכם לפני יהוה אלהיכם׃ 29 כי כל־הנפש אשר לא־תענה בעצם היום הזה ונכרתה מעמיה׃ 30 וכל־הנפש אשר תעשה כל־מלאכה בעצם היום הזה והאבדתי את־הנפש ההוא מקרב עמה׃ 31 כל־מלאכה לא תעשו חקת עולם לדרתיכם בכל משבתיכם׃ 32 שבת שבתון הוא לכם ועניתם את־נפשתיכם בתשעה לחדש בערב מערב עד־ ערב תשבתו שבתכם׃


26 Und der HERR redete zu Mose:27 Doch am Zehnten dieses siebten Monats, da ist der Versöhnungstag. Eine heilige Versammlung soll er für euch sein, und ihr sollt euch selbst demütigen und sollt dem HERRN ein Feueropfer darbringen. 28 Und keinerlei Arbeit dürft ihr tun an ebendiesem Tag; denn es ist der Versöhnungstag, um Sühnung für euch zu erwirken vor dem HERRN, eurem Gott. 29 Denn jede Person, die sich nicht demütigt an ebendiesem Tag, die soll ausgerottet werden aus ihren Völkern. 30 Und jede Person, die irgendeine Arbeit tut an ebendiesem Tag, ebendiese Person werde ich umkommen lassen aus der Mitte ihres Volkes. 31 Keinerlei Arbeit dürft ihr tun: eine ewige Ordnung für eure Generationen in all euren Wohnsitzen. 32 Ein ganz feierlicher Sabbat soll er für euch sein, und ihr sollt euch selbst demütigen. Am Neunten des Monats, am Abend, vom Abend bis zum Abend, sollt ihr euren Sabbat feiern.

Lev. 23:26-32



Der jüdische Versöhnungstag Jom Kippur ist neben Rosh Hashana einer der beiden hohen Feiertage im Judentum. Er beginnt schon einen Tag vor dem eigentlichen Fasttag mit der Sammlung von Wohltätigkeitsgeldern für religiöse und soziale Zwecke, mit der letzten Gelegenheit seine Mitmenschen um Verzeihung für vergangenes Unrecht zu bitten, mit einer letzten feierlichen Mahlzeit am Nachmittag und der Segnung der Kinder durch ihre Eltern vor dem Synagogengang.

Der Fasttag selbst beginnt am neunten Tag des neuen Jahres vor Sonnenuntergang und schließt am Abend des Folgetages, wenn die Nacht schon eingebrochen ist und die Sterne erscheinen (üblicherweise 25 Stunden nach Beginn des Fastens - variiert aber vom entsprechenden geographischen Breitengrad). Während dieser Zeit darf weder gegessen noch getrunken werden. Zudem gelten die üblichen Ge- und Verbote des Schabbats.

Neben dem Ess- und Trinkverbot der schriftlichen Thora, fügt die mündliche Thora (Mischna) auch das Verbot des Waschens und Badens, des Salbens des Körpers, des Tragens von Lederschuhen und des Geschlechtsverkehrs hinzu. Das Entfernen von Schmutz, das Übergiessen mit Wasser am Morgen oder nach Benutzen der Toilette ist erlaubt.

Weitere Ausnahmen betreffen Kranke und Kinder. Kranke oder an Fusschmerzen Leidende dürfen am Jom Kippur Schuhe tragen. Falls das Fasten das Leben einer Person bedrohen könnte, darf dieser nach Rücksprache mit dem Arzt und Rabbiner das Fasten brechen.Bei Geburt eines Kindes und drei Tage danach darf eine Frau nicht fasten.

Kinder unter neun Jahren sind vom Fastengebot ausgeschlossen. Vom neunten Lebensjahr an sollen Kinder aber langsam an das Fasten gewöhnt werden. Mädchen ab 12 und Jungen ab 13 sind verpflichtet wie Erwachsene das Fastengebot voll einzuhalten.

Es ist Sitte am Jom Kippur weisse Sachen zu tragen, um die weissen Gewänder ind Gedächtnis zu rufen, in welchen Tote begraben werden. Weiss ist zudem die Farbe der Reinheit. Sie erinnert an den Ausspruch der Propheten: "Sollten auch eire Sünden scharlachrot sein - ie werden so weiss wie Schnee werden" (Jesaja 1:18).

Das Ende des Jom Kippur wird mit einem langgezogenen Schofarton eingeleitet, welcher zum einen das Ende der Offenbarung am Berg Sinai symbolisiert und andererseits  an das historisch überlieferte Schofar-Blasen am Jom-Kippur zur Einleitung des Juweljahres erinnert. Gleich nach Jom Kippur beginnen die Vorbereitungen zum Laubhüttenfest (Sukkot) mit dem Aufstellen der Sukkah.

Literatur:

Donin, Rabbiner Chajim Halevy: Jüdisches Leben: Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt1987.