2009-08-22

Fremde Federn | Ariana Melamed zum Suizid Dudu Topaz

Ein trauriges Ende, ohne Antworten
Topaz Tod trägt nichts zum Verständnis der menschlichen Seele bei


Die Versuchung die Geschichte vom Leben und Tod des [israelischen] TV-Superstars Dudu Topaz als eine Geschichte mit tragischen Folgen für uns alle darzustellen, hat eine große und sofortige Wirkung. Aber lass es uns nicht zu sehr übertreiben.

Wenn es in der Tat eine Tragödie hier gibt, dann gehört diese zu den Kindern, deren Vaters Tod sie von nun an ihr ganzes Leben lang begleiteten wird. Hoffentlich werden sie nicht noch mehr Elend erleiden müssen.

Topaz Tod kann als die klassische Geschichte eines steigenden und gefallenen Stars gesehen werden, als ob es unmöglich sei den Zenit des Erfolges nicht auch ohne eine tödlichen Sprung am Ende zu erreichen. Doch dieses Verständnis von Leben und Tod ist unglaublich flach und banal.

Wir werden nie wissen, warum Menschen das Ende ihres eigenen Lebens wählen wollten.

Handelt es sich bei einigen depressiven Menschen um einen genetischen Defekt? Ist es eine Frage der Scham? Ist es etwa die Angst vor dem Erwartungsdruck und der ungewissen Zukunft? Oder ist die Entscheidung für oder gegen das Leben ein Fall von der Beantwortung der grundlegenden Frage der Philosophie, wie Albert Camus einmal gesagt hat? Es gibt keine Möglichkeit dies herauszufinden.

Heute und in den nächsten Tagen werden zu viele Zeitungen, Fernsehsender und Radiostationen sich diesem Tod widmen. Die Menschen werden sagen, dass das Geschehene zu erwarten war, Menschen werden schockiert sein, Menschen werden eine Träne vergießen oder ein seltsames Gefühl der Freude an seinem Unglück haben.

Doch all das, genauso wie das Leben von Dudu Topaz, wird nicht alles zum Verständnis der menschlichen Seele in seiner ganzen Vielfalt und in seinen Launen beitragen.

Am Ende des Tages bleibt das Mitleid mit denjenigen die gestorben sind und nicht mehr unter uns sind. Es ist wirklich nicht notwendig, einen gewalttätigen Schläger einzustellen oder sich in die betrügerische Liebe des gesamten israelischen Volks einzuwickeln, um diese Aussage zu verdienen. Es ist einfach schade, und das war's.

Dieser Beitrag erschien am 21.August 2009 zu erst auf Englisch in der israelischen Tageszeitung Yediot Aharonot. Übersetzung auf Deutsch durch Lukas Lehmann.

Dudu Topaz auf dem Höhepunkt des Erfolgs







Dudu Topaz, so wie man ihn am Tag seines Todes in Erinnerung hielt:







Mehr auch in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung.