2009-07-18

Kurz gefasst: Kibbuzleben heute, Felicia Langer, Israelische Straßenschilder, Avi Primor über Israel und Deutschland

Im Kibbuz sollten alle gleich sein
"Wer braucht schon eigene Hemden oder Bücher? In einem israelischen Kibbuz zählte nur eins: die Gemeinschaft. Keiner sollte etwas für sich haben, nicht einmal die eigenen Kinder. Funktioniert hat es nicht. Reformen wurden unausweichlich". Eine Reportage über Geschichte und Gegenwart im Kibbuz.

Afront: Bundesverdienstkreuz an "fanatische, böswillige Israel-Hasserin"

Felicia Langer, eine 79-jährige israelische Rechtsanwältin und seit 1990 in Deutschland, ist bekannt für ihre merkwürdigen Ansichten über ihr Geburtsland: Weder scheut sie sich die israelische Politik mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen, noch den Zentralrat der Juden als offizielle Botschaft des Staates Israels zu bezeichnen. Zudem lobte sie die letzte Rede des iranischen Präsidenten Ahmadinejad, der immer wieder zur Vernichtung Israels aufrief und den Holocaust leugnete. Nun  bekam Frau Langer von Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz verliehen. Israel, der Zentralrat und weitere Kritiker Langers sind empört.

Israelische Straßenschilder werden hebraisiert

Auf Grund uneinheitlicher Transkriptionen hebräischer Ortschaften und Straßennamen will das israelische Verkehrsministerium alle Straßenschilder vereinheitlichen lassen. Dies könnte sich allerdings zu einem politischen Konflikt zwischen israelischen Arabern und dem Staat Israel entwickeln, denn neben der Vereinheitlichung sollen auch arabische Orts- und Straßennamen nur noch mit ihrem hebräischen Namen erscheinen. So wird zum Beispiel auf dem Straßenschild für Jerusalem nur noch "Jeruschalaim" erwähnt bleiben, während die arabische Bezeichnung "El Kuds" und das englische Pondont "Jerusalem" gestrichen werden.

Avi Primor: "Der Antisemitismus geht zurück"

Im Gespräch mit N-TV widerspricht der ehemalige israelische Botschafter der Annahme, dass der Antisemitismus in Deutschland wieder ansteigen würde. Die Gefahr sieht Primor hingegen im islamischen Antisemitismus, der durch arabische Immigranten nach Deutschland gebracht wird und immer noch zu wenig Aufmerksamkeit bekommen würde.

Sehen Sie auch den zweiten Teil des Interviews aus Berlin, in dem Primor über sein Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen, wie auch zur deutschen Sprache beschreibt. Am Tag seiner Ankunft als israelischer Botschafter in Deutschland konnte er noch kein Wort Deutsch und hatte große Hemmungen mit dem Land und dessen Menschen auf Grund der Geschichte. Erst mit der Zeit erlernte er Deutsch im Goethe-Institut und mit seinen Leibwächtern.