2009-03-09

Kurz gefasst

Der Tagesspiegel: Verhandeln – oder doch lieber boykottieren

Die deutsch-israelischen Beziehungen stehen vor einer Belastungsprobe. Anlass ist die für Ende April geplante zweite Durban-Konferenz der Vereinten Nationen in Genf, an der die Bundesrepublik trotz sich abzeichnender antisemitischer Tendenzen teilnehmen will. Israel, die USA, Italien und Kanada haben bereits ihren Boykott angekündigt. Denn im Entwurf zum Schlussdokument hagelt es Vorwürfe gegen Israel. Da ist pauschal von „rassischer Diskriminierung“ der Palästinenser die Rede, von Apartheid, Folter und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Eigentlich geht es bei „Durban II“ um die weltweite Bekämpfung des Rassismus, doch einige Staaten, vor allem muslimische, begreifen die Konferenz als Gelegenheit zu massiven Attacken auf Israel. So war es schon 2001 bei der UN-„Weltkonferenz gegen Rassismus“ im südafrikanischen Durban, die mit einem Eklat endete. Die Delegationen der USA und Israels reisten vorzeitig ab. Die Deutschen blieben bis zum Schluss – und der damalige Außenminister Joschka Fischer (Grüne) wirkte mit, die Schlusserklärung zu entschärfen.

Dass sich die Bundesregierung trotzdem bislang nicht von der Durban-II- Konferenz verabschiedet hat, sei schwer zu verstehen, verlautet aus israelischen Regierungskreisen. Die Botschaft Israels in Berlin bemüht sich um einen diplomatischen Ton, der aber auch keinen Raum für Spekulationen lässt. „Wir haben über die zweite Durban-Konferenz mehr als einmal mit den deutschen Behörden diskutiert“, heißt es, „und wir haben vor, das Thema weiter deutlich zu verfolgen“.

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Eppinger: Keine Bruderliebe. Die Araber lieben nur Palästina

Rund um den Gaza-Konflikt kam es in Europa zu den größten antisemitischen Demonstrationen der Nachkriegszeit. Zig-tausende ließen sich in gutem Glauben oder böser Absicht vor den Karren derer spannen, die Israel am liebsten von der Landkarte tilgen möchten. Auch in den USA wurden jede Menge unappetitliche Demonstrationen veranstaltet.

Der Kern des Nahost-Konflikts liegt für die „kritischen Freunde“ Israels im Schicksal der Palästinenser, die in elenden Vertriebenenlagern ihr Dasein fristen, unter schikanösen Sicherheitskontrollen leiden oder gar israelischen Militäraktionen zum Opfer fallen. Linke und Sozialisten rufen zum Boykott israelischer Waren auf. Dabei hatten wir “Kauft nicht bei Juden!“ schon einmal. Niemand interessiert, dass die Palästinenser ihre Armut ihrer korrupten Regierung zu verdanken haben und die Hamas die eigenen Landsleute massakriert.

Überhaupt fragt man sich angesichts der Berichterstattung über die Palästinenser, wie jemals wer auf die Idee kommen konnte, die Juden beherrschten die Weltpresse. Von allen Volksgruppen, die im Laufe ihrer Geschichte Unterdrückung, Verfolgung und Vertreibung erdulden mussten, haben es nur die Palästinenser mit Geiselnahmen, Flugzeugentführungen und Selbstmordattentaten dauerhaft ins Zentrum einer mitfühlenden Weltöffentlichkeit geschafft. Denn die öffentliche Empörung richtet sich nicht gegen die Attentäter sondern gegen Israel und die arabischen Bruderländer werden überhaupt aus jeglicher Verantwortung entlassen.

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Der Tagesspiegel: Immer wieder neu entfacht. Streit um Antisemitismus in der Linkspartei

Berlin - Der Linkspartei gelingt es nicht, antisemitische Tendenzen in den eigenen Reihen nachhaltig abzuwehren. Jüngstes Beispiel: Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Norman Paech, hat im „Neuen Deutschland“ die Forderung nach einem Boykott israelischer Waren unterstützt – obwohl die Parteiführung die heikle Diskussion für beendet erklärt hatte.

Fraktionsgeschäftsführerin Dagmar Enkelmann versichert, Paech stehe in der Bundestagsfraktion mit seiner Position „sehr allein“ da. Doch Tatsache ist: Der Hamburger gewann immer wieder Mitstreiter – übrigens fast durchweg Westdeutsche. Im November war Paech Wortführer von elf Abgeordneten, die sich im Bundestag Anträgen zur Bekämpfung des Antisemitismus verweigerten, weil sie angeblich eine „undemokratische, anmaßende Tendenz“ hatten. Im Januar rief er gemeinsam mit weiteren acht Bundestagsabgeordneten zu einer pro-palästinensischen Demonstration in Berlin auf, in deren Verlauf „Tod, Tod, Israel“ skandiert wurde.

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Der Tagesspiegel: Bitte berühren

Geschichte zum Anfassen – das erleben die Besucher des Neuen Museums in Berlin. Risse im Mauerwerk, Gebrauchsspuren, Kriegswunden, raue Oberflächen, behutsame Reparatur. Man streicht mit den Händen darüber, über das alte, aus Abbruchhäusern ergänzte Ziegelmauerwerk, über den feinen Betonwerkstein im neuen Treppenhaus oder den schimmernden Marblecement der Säulen. Man bückt sich hinunter zu den Mosaik- und Terrazzofußböden und blickt auf zu den Wandölgemälden oder den gewölbten Tontopfdecken. Geschichte als farbenfrohes, sinnliches, unendlich vielfältiges Material.

Geschichte zum Anfassen – dass so viel davon verloren ist, beklagt die Kulturnation nach der Katastrophe von Köln. Der Einsturz des Stadtarchivs zerstört das Gedächtnis eines Gemeinwesens, ein Schatzhaus voller Handschriften, Urkunden und Briefwechsel, voll von farbenfroher, sinnlicher, fasslicher Historie.

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Ynet: Foreign Ministry out to 'conquer' internet
Ministry, Israeli consulate in New York embark on mission to fight search results showing images of war-torn Gaza when asked to find 'Israel'; plan to flood web with positive images of Jewish state courtesy of topnotch photographers

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Der Tagesspiegel: „Jüdische Zeitung“ vor dem Aus

Die einzige unabhängige deutschsprachige jüdische Zeitung wird bis auf weiteres eingestellt. Die „Jüdische Zeitung“ ist seit dreieinhalb Jahren einmal im Monat mit einer Auflage von 41 000 Exemplaren unter dem Dach der Werner Media Group in Berlin erschienen. Sie stand in Konkurrenz zur „Jüdischen Allgemeinen Zeitung“, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland herausgegeben wird.

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