2008-11-01

Schock in Israel

DVTel Fun Day

Jigal Amir, Mörder des ehemaligen israelischen Premierministers Jitzhak Rabin, sorgte diese Woche für weitere Furore, als er in einem Telefoninterview zweier israelischer Fernsehsender den Vorwurf erhärtete, dass nicht die “Rabbiner” ihn zu diesem Mord ermuntert hätten, sondern “Sharon, Eitan, Zeevi – alle diejenigen, die was von der Armee verstehen und sagten, dass dieses Abkommen eine Katastrophe bedeuten würde. Ich habe dafür keinen Rabbi gebraucht. Das hat nichts mit den Rabbis zu tun”, so berichtet Tagesschau.de.

Inwiefern diese Aussagen glaubwürdig sind lässt sich nicht ganz unbestritten beantworten. Vieles verläuft sich stattdessen in Spekulationen. Was allerdings klar ist, ist dass es religiös-zionistische Gruppen in Israel gibt, die Interesse haben araberfreundliche Politiker in einflussreichen Positionen im Staat durch gleichgesinnte Personen zu ersetzen. Bekannt für diese Haltung ist der rechtsradikale Siedlberblock und Kahane Chai, die der Ideologie Rabbi Meir Kahanes folgen, ein Großisrael ohne Araber aufbauen wollen und dafür auch mit Waffengewalt zu kämpfen bereit sind.

Tagesschau.de berichtet weiter, dass Israels Verteidigungsminister Ehud Barack die Medien für das Interview scharf gerügt hätte und ihnen Blasphemie vorwarf. Dem schließen sich zahlreiche weitere Politiker an. Motti Kirschenbaum stellt sich allerdings auf die Seite der Medien und rief zu einer gemeinsamen Debatte über die Aussagen Yigal Amirs auf: “Hier ist die Rede von Interviews oder Gesprächen, die eine enorme Bedeutung in der israelischen Gesellschaft haben. Denn wenn Yigal Amir in diesen Gesprächen sagt, dass das was ihn beeinflusst hat, nicht die extremen Rabbis waren, sondern Ariel Sharon, General Raffael Eitan, Rehavam Zeevi und sogar Barak in gewisser Weise - das ist es doch, was die Familie Rabin schon seit 13 Jahren behauptet.”