2008-11-30

Barack Obama: Im virtuellen Endspurt

Wenn in einer Woche die Endergebnisse verlesen werden, ist schon wieder alles vorbei: Stress, Aufregung, viel Tumult, tolle Internet-Kampagnen, mitreissende Reden - kurz und knapp: der gigantischste mediale US-Wahlkampf aller Zeiten.

Eine Woche vor den Wahlen am 4. November heißt es für Obama nun seine letzten Kräfte sammeln und nochmals medial in die Trickkiste greifen: Wie schon in seinen Anfangstagen veröffentlichten vor ein paar Tagen wieder Stars Videoclips auf Youtube, die mehr als eindeutig zur Wahl des ersten afroamerikanischen Präsidentschaftskandidaten ins Weiße Haus aufriefen. Nicht ganz zufällig veröffentlichten nun Steven Spielberg und Usher Werbeclips in ihrem Stil, die vor allem die jungen Wähler, die sonst nur geringes Interesse an politischen Themen haben, mitreissen und beeinflussen sollen.

Sunnyboy und Mädchenschwarm Usher wird mit seinem neuen Musikvideo sicher einige Herzen erweichen: In diesem spricht er direkt die Probleme des Landes an: Wirtschaftskrise, Obdachlosigkeit, Misstrauen in Politik, der Irakkrieg, der soziale Bruch zwischen Arm und Reich, die hohen Ölpreise und das schlechte Gesundheitssystem. Die Lösung für einen Wechsel und für ein besseres und geeintes Amerika könne nur einer bringen: Barack Obama.

Eine humorvolle und sarkastische Kampagne hat auch Steven Spielberg exklusiv auf Youtube gestarted. “Don’t vote”, heißt sein etwas zweideutiger Aufruf, mit dem er Menschen zum Wählen animieren will. Prominente Unterstützung bekommt er dabei von größen wie Amy Adams, will.i.am, Jennifer Aniston, Kevin Bacon, Halle Berry, Kate Bosworth, Kevin Connolly, Courteney Cox, Ellen DeGeneres, Leonardo DiCaprio, Jamie Foxx, Jonah Hill, Dustin Hoffman, Anthony Kiedis, Ashton Kutcher, Adam Levine, Laura Linney, Eva Longoria, Tobey Maguire, Demi Moore, Natalie Portman, Giovanni Ribisi, Ethan Suplee, Kyra Sedgwick, Michelle Trachtenberg, Usher und Forest Whitaker.





Neben diesen Highbudget-Videos erschienen auch immer wieder Clips privater Produktionen.

Schlagfertige Argumente für Obama hat zum Beispiel folgendes Video von Terry Tate, welches während der Superbowl-Pausen gezeigt wurde und für viel Gelächter in den Zuschauertribünen sorgte:



Was wäre wenn … John McCain die Präsidentschaftswahlen gewinnen würde? Diesen “prächtigen” Zukunftsaussichten widmet sich “Whazzup - 8 Years later”, in dem sich fünf sichtbar betroffene Amerikaner nach Wechsel und neuen Lebensperspektiven sehnen. “Nichts Neues hinter dem Horizont” scheint hier das Leitthema zu sein. Wiederum werden die Wirtschaftskrise, das schlechte Gesundheitssystem, Arbeitslosigkeit, der Irakkrieg und Umweltkatastrophen thematisiert. Der wirkliche Wechsel kommt allerdings doch noch zum Schluss: Barack Obama verkündet seinen Wahlsieg.



Nun präsentierte sich Barack Obama übrigens exklusiv in einem 30-minütigen Wahlwerbespot, der aus Florida übertragen wurde und in dem er noch einmal seine Ziele deutlich machte, Kritiker noch einmal von seiner Vision überzeugte und vor allem die letzten Wahlmuffel zu den Wahlurnen locken wollte - alles wie nicht anders zu erwarten auf fast allen amerikanischen Kanälen zur Hauptsendezeit. Ob die Medienschlacht allerdings dem charismatischen Demokraten wirklich zum Sieg verhelfen wird, kann erst nächste Woche beurteilt werden, wenn die letzten Stimmen gezählt und die Endergebnisse verkündet werden.