2008-06-10

Ganz schön kompliziert: Reden über Israel

Der Nahe Osten - die Medien zeigen meist nur eine eingeschränkte Sicht. Photo: phauly
Über Israel zu reden ist tatsächlich schwierig. Viele Menschen haben nur ein auf Medienberichten basierendes Halbwissen. Praxiserfahrungen und Hintergrundwissen fehlen oft. In Debatten klingt meist ein verschwommenes, einseitiges Bild des Landes und der Situation der streitenden Parteien, der Israelis und der Palästinenser, an.

In einem WDR-5-Beitrag geht es genau um dieses Thema: Kann man Israel kritisieren? Wie sieht das Verhältnis aus zwischen Deutschland und Israel? Spiegelt Deutschlands Geschichte, die Schuldfrage über den Holocaust, immer noch eine Rolle in unserer spezifisch deutschen Sicht auf Israel und den Nahen Osten? Gibt es einen Unterschied unserer Sicht auf Israel und unserer Sicht auf Frankreich, Italien oder Österreich?

Bemerkenswert sind die Beiträge der Zuschauer, die vom WDR über Israel befragt wurden. Ein Passant bemerkt, dass er selbst die Lage schlecht beurteilen könne. Die Medienberichterstattung zeige nur eine beschränkte Sicht auf den Nahen Osten. Um die komplizierte Situation besser zu verstehen, müsse man selbst die Region bereisen, sich ein Bild der Lebensweise, der Bedrohung Israels, aber auch der israelischen Politik in den Autonomiegebieten machen.

Eine andere Passantin sprach über das Schweigen der Gesellschaft über die Vergangenheit und alles, was damit zu tun habe. Hierzu würde auch das Thema Israel gehören. Schuld sei hierbei die ungenügende Aufarbeitung der eigenen deutschen Vergangenheit, die das Reden über uns, aber auch über Israel immer noch schwierig mache.

Weitere Beiträge lieferten Rudolf Dreßler (ehemaliger deutscher Botschafter in Israel), Prof. Udo Steinbach (Deutsches Orient-Institut), Evelyn Hecht-Galinski (Tochter des ersten Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Heinz Galinski), Fritz Ressle (Deutsch-Israelische Gesellschaft) und Lorenz Beckhardt (WDR-Journalist).

Ganz schön kompliziert: Reden über Israel
Sendeort:
Hilden, Mittelstraße vor der Jacobuskirche
88,8 MHz

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