2008-05-09

Israels 60. Geburtstag wurde in Heidelberg gefeiert

[caption id="" align="alignleft" width="350" caption="Spaß und Unterhaltung für Groß und Klein versprach der diesjährige Israeltag in Heidelberg."]Spaß und Unterhaltung für Groß und Klein versprach der diesjährige Israeltag in Heidelberg.[/caption]

Es ist ein warmer Tag, die Sonne sticht ins Gesicht und auch die Menschen haben längst ihre Wintersachen in knappe Tops und kurze Hosen umgetauscht. Am Bunsenplatz sind schon die Stände aufgebaut; das Micro ist eingestellt. Auch die Israelflagge an der Straßenlampe hat ihren Platz gefunden. Es ist 15 Uhr. Der Israeltag 2008 kann beginnen.

Auf der Bühne steht Samantha Walter, Koordinatorin des diesjährigen Israeltags in Heidelberg. Sie erklärt den weiteren Verlauf des Tages und stellt die einzelnen Veranstalter vor. Israel einmal aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen – ein Land, welches mehr ist als nur Krieg und Streitigkeiten zwischen Israelis und Palästinensern – dies sei das Anliegen des Israeltags, so Walter. Als nächstes spricht Bürgermeister Dr. Joachim Gerner als Vertretung für den Schirmherrn des Israeltags in Heidelberg, Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. Lebendiges jüdisches Leben sei seit den letzten Jahrzehnten in Heidelberg wieder entstanden. Besonderes Augenmerk legte Gerner hier vor allem auf die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, eine Bildungseinrichtung, die einzig sei im deutschen und europäischen Raum. Auch die schon seit nun 25 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Rehovot sei etwas Besonderes - eine Beziehung die die Neckarstadt stark mit Israel verbinden würde. Selbst sei er vor vier Wochen in Israel gewesen, konnte einerseits die Spannung der Lage spüren, aber andererseits auch die touristische Vielfalt des Landes nutzen: “Die Reise auf den historischen Spuren von Josephus Flavius nach Masada musste ich mir nach 22 Jahren einfach wieder gönnen”.

“In jedem Land und in jeder Stadt sollten Menschen die Menschenrechte achten”

Gerner betont in der zweiten Hälfte seiner Rede, dass zum Anlass des Israeltages es vor allem wichtig sei zu Erinnern: “In jedem Land und in jeder Stadt sollten Menschen die Menschenrechte achten und die Gleichheit der Menschen würdigen. Wir alle sollten darauf achten, dass überall auf der Welt innerer und äußerer Frieden herrsche und erlangt wird. Nur dann sei es möglich, dass sich die Wirtschaft entwickelt, dass sich persönliches Glück einstellen kann und dass wir sozialen Frieden halten können.” Laut Gerner sei hier das persönliche Engagement jedes Bürgers gefragt: “Jeder kann dazu seinen Beitrag leisten, angefangen in der Familie, im persönlichen Umfeld und nicht zu Letzt auch in der Politik.”

Nach dem offiziellen Teil konnte nun die Feier des Tages beginnen. Trotz der großen Erwartungen verirren sich allerdings nur vereinzelt Schaulustige an die Stände. Die große Mehrheit der Passanten scheint entweder verwundert auf die blau-weiß geschmückten Stände zu schauen, andere wiederum gehen wie erstarrt ganz langsam und beobachtend vorbei oder ignorieren einfach ganz, was um sie herum abläuft. Lag es an der zu Anfang vereinzelt fast patriotisch erklingenden Reden der Veranstalter oder war es doch eher persönliche Scheu sich über das in den Medien präsentierte Israelbild hinaus zu informieren? Trotz dessen läuft das Programm mit israelischen Volkstänzen, Gesang, viel israelischer Musik und persönlichen Eindrücken über Land und Israelis des Prorektors der Hochschule für Jüdische Studien weiter.

Es ist nun schon 18 Uhr. Der Höhepunkt des Tages nähert sich. Es ist ein besonderes Fotoexperiment: Passanten bilden mit farbigem Papier die Worte “We like Israel”. Von einem nahegelegenen Gebäude wird dieses beeindruckende Bild nun in Fotos festgehalten. Dieses und die Leinwand mit Glückwünschen der Passanten sollen später zusammen mit den anderen Beiträgen aus den anderen 50 Veranstaltungsorten des Israeltages nach Israel geschickt und dort ausgestellt werden.

Im Folgenden finden Sie Mitschnitte der Vorträge: